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Welche Tattoo-Stile sind beliebt?

aktualisiert am 8. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Sich ein echtes Tattoo stechen zu lassen ist ein großer Schritt, und der Stil entscheidet oft mehr als das Motiv selbst. Dieselbe Rose wird in feinen Linien etwas völlig anderes als im Old School. Unten gehen wir zehn Stile durch: was sie sind, woran du sie erkennst, zu wem sie passen und an welcher Stelle am Körper sie am besten wirken. Bei jedem Stil steht, was wir davon haben, damit du ihn erst eine Woche tragen kannst, bevor du in ein Studio gehst.

Feine Linien und minimalistisch

Der meistgefragte Stil im Moment. Dünne, gleichmäßige Linien, keine Füllung und keine Schatten. Denk an einen Zweig, eine kleine Mondsichel, ein Datum oder ein Tier von wenigen Zentimetern. Weil so wenig Farbe drin steckt, wirkt es eher wie eine Zeichnung als wie ein Tattoo, und genau deshalb fangen viele damit an.

Aber Achtung: je feiner die Linie, desto mehr zählt die Stelle. Am Handgelenk oder an der Innenseite des Unterarms bleibt es scharf, an der Seite oder an den Fingern verblasst es schneller. Und ein Motiv von drei Zentimetern fällt am Oberarm schlicht nicht auf.

Kleines Dreieck als minimalistisches Tattoo auf einem Handrücken
Je kleiner das Motiv, desto mehr entscheidet die Stelle, ob es auffällt.

Bei uns: die kleinen Motive aus der semi-permanenten Linie kommen dem am nächsten, etwa das gezeichnete Herz oder die Sonne. Die halten 2 bis 3 Wochen.

Blumen und botanisch

Rosen, Pfingstrosen, Lavendel, Farne, ein ganzer Zweig, der mit dem Arm mitläuft. Botanische Tattoos gibt es in jeder Ausführung: in feinen Linien, in Schwarz mit Grautönen oder voller Farbe. Sie funktionieren, weil sich die Form einer Blume leicht an den Körper anpasst, und weil du später immer noch etwas daneben setzen kannst.

Blumentattoo in feinen schwarzen Linien am Hals, in Schwarzweiß fotografiert
Feine Linien ohne Füllung: eine Blume, die eher wie eine Zeichnung wirkt.

Bei uns: klassische Rose für die Hand, endlose Blume als halbes Sleeve und fallende Rosen, wenn es über die Hand laufen soll. Mehr findest du bei den Hand-Tattoos und den Sleeves.

Old School und Neo Traditional

Der Stil der Seeleute: dicke schwarze Kontur, eine knappe Palette aus Rot, Gelb und Grün und ein festes Repertoire an Symbolen. Ein Anker, eine Schwalbe, ein Herz mit einem Namen, eine Pin-up, ein Totenkopf. Neo Traditional hat denselben Aufbau mit moderneren Motiven und mehr Farbnuancen.

Der große Vorteil dieses Stils ist die Haltbarkeit. Gerade weil die Linien dick und die Flächen groß sind, ist ein Old-School-Tattoo auch nach zwanzig Jahren noch lesbar. Das kann man nicht von jedem Stil sagen.

Zwei Unterarme voller bunter Old-School-Tattoos mit Blumen und Koi
Old School: dicke schwarze Kontur, volle Farbflächen und eine knappe Palette.

Bei uns: der zeitlose Anker und Waffen und Rosen. In den Sleeves stecken weitere Motive mit dieser dicken Kontur.

Japanisch: Koi, Drachen und Tiger

Irezumi, der japanische Stil, ist der wiedererkennbarste von allen. Koikarpfen, Drachen, Tiger und Pfingstrosen, mit Wellen, Wolken und Wind als Hintergrund, der alles zusammenhält. Das ist kein Stil für ein einzelnes Motiv: ein japanisches Tattoo wird für eine ganze Körperpartie entworfen, etwa einen Arm, den Rücken oder die Brust.

Die Symbolik zählt mit. Ein Koi, der stromaufwärts schwimmt, steht für Durchhalten, der Drache für Kraft und Weisheit, der Tiger für Mut. Willst du dir einen stechen lassen, such dir jemanden, der diesen Stil wirklich macht: der Aufbau ist Handwerk.

Japanisches Sleeve-Tattoo in Farbe mit einem Koi über den ganzen Arm
Ein japanisches Sleeve wird als Ganzes entworfen, nicht als einzelne Motive nebeneinander.

Bei uns: schwarzer Drache, Samurai und für den Rücken der jagende Tiger und der meditierende Drache. Alles zusammen bei den Rücken-Tattoos.

Mandala, Dotwork und geometrisch

Kreise, Wiederholung und Symmetrie. Ein Mandala baut sich von der Mitte nach außen auf, Dotwork füllt die Flächen nicht mit Linien, sondern mit Tausenden einzelner Punkte, und geometrische Arbeiten spielen mit Dreiecken, Linien und Spiegelungen. Oft siehst du die drei miteinander vermischt.

Dieser Stil verlangt eine runde oder gewölbte Körperstelle, denn dort kommt die Symmetrie am besten raus: eine Schulter, eine Wade, die Außenseite des Oberarms. Auf einer flachen Fläche wie dem Unterarm wird es schnell ordentlich, aber langweilig.

Geometrisches Mandala-Tattoo mit einer grünen Blume in der Mitte an einer Wade
Ein Mandala kommt an einer runden Stelle am besten zur Geltung, etwa an Schulter oder Wade.

Tribal, Maori und polynesisch

Schwarze Flächen und Muster ohne Farbe, die ihre Form vom Körper nehmen. Bei Maori- und polynesischen Arbeiten haben die Muster eine echte Bedeutung und eine eigene Herkunft, also informiere dich, bevor du eines wählst. Das Tribal der Neunziger, das Band um den Oberarm, ist ein eigener Ast desselben Baums und kommt seit einigen Jahren zurück.

Bei uns: das Tribal-Sleeve.

Tiere

Die größte Gruppe, und deshalb schwer in eine Schublade zu stecken. Ein Wolf oder Löwe wird meist realistisch oder in Schwarz und Grau gestochen, ein Schmetterling oder Vogel eher in feinen Linien, und eine Schlange passt gut zum Old School. Das Tier bestimmt also nicht den Stil, das machst du.

Bei uns: der entschlossene Wolf, der feurige Löwe als halbes Sleeve, und Leichteres wie der elegante Schmetterling und der abenteuerliche Vogel.

Sonne, Mond und Sterne

Kosmische Motive sind seit Jahren beliebt und kommen selten aus der Mode. Eine Reihe Mondphasen über den Unterarm, eine kleine Sonne hinterm Ohr, ein Sternbild als Strichzeichnung auf dem Schlüsselbein. Das funktioniert in fast jedem Stil: fein und minimalistisch, aber auch groß und gefüllt.

Bei uns: das Vollmond-Sleeve, die Sonne und Raumtraum.

Schriftzüge und Zitate

Ein Name, ein Datum, eine Zeile aus einem Lied, ein Wort in Schreibschrift. Die Falle liegt hier bei Rechtschreibung und Schriftart: ein Tippfehler bleibt für immer, und eine Schrift, die heute schön aussieht, kann sich in zehn Jahren altmodisch anfühlen. Lass einen Text immer von jemand anderem gegenlesen, bevor die Nadel ansetzt.

Das ist der Klassiker zum Vorher-Ausprobieren. Deinen eigenen Text oder deine Handschrift als Klebetattoo drucken lassen geht ab 50 Stück, dann siehst du eine Woche lang, wie es wirkt.

Realismus und Porträt

Ein Foto in Tinte nachgebaut: ein Gesicht, ein Tier, ein Auge. Realismus ist der technischste Stil und der teuerste, denn es geht um Schatten und Übergänge statt um Linien. Er braucht auch Platz: unter zehn Zentimetern verliert ein Porträt seinen Ausdruck.

Bei uns: der größte Teil vom Sortiment ist realistisch gezeichnet, etwa elegante Blumen und der sibirische Tiger.

Wo wirkt welcher Stil?

Die Stelle macht genauso viel aus wie der Stil. Ein paar Faustregeln, an die sich Tätowierer halten:

  • Unterarm und Handgelenk: feine Linien, Schriftzüge, kleine botanische Motive. Du siehst es selbst den ganzen Tag, nimm also etwas, das dir nicht über wird.
  • Oberarm und Schulter: Mandala, japanisch, Tiere. Runde Fläche, viel Platz und leicht zu bedecken. Siehe die Sleeves.
  • Rücken und Brust: die großen Stücke, wo ein Motiv als Ganzes wirken kann. Siehe Rücken und Brust.
  • Hand und Finger: auffällig und mutig, aber wir waschen uns den ganzen Tag die Hände. Siehe die Hand-Tattoos.
  • Seite, Rippen und Fuß: schön, aber empfindlich, und Kleidung scheuert daran. Mach die Linien dort nicht zu fein.

Welcher Stil passt zu dir?

  • Du bist dir noch nicht sicher, ob ein Tattoo etwas für dich ist: fang klein und fein an, an einer Stelle, die du selbst siehst.
  • Es soll in zwanzig Jahren noch lesbar sein: Old School oder Blackwork, mit dicken Linien und großen Flächen.
  • Du willst eine ganze Körperpartie füllen: japanisch oder Mandala, denn diese Stile sind zum Aufbauen gemacht.
  • Es soll etwas bedeuten: Symbole, Schriftzüge oder ein Sternbild. Halt es einfach, denn Bedeutung steckt nicht im Detail.
  • Du weißt es wirklich nicht: probier zwei Stile gleichzeitig mit einem temporären Tattoo aus und schau nach einer Woche, welchen du noch magst.

Erst ausprobieren?

Einen Stil auf dem Bildschirm zu wählen ist etwas anderes, als ihn eine Woche am Arm zu sehen. Schau dir das ganze Sortiment an, oder nimm semi-permanent, wenn du ihn 2 bis 3 Wochen tragen willst. Wie lange welche Sorte hält, liest du in wie lange halten temporäre Tattoos, und willst du dein eigenes Design in Originalgröße sehen, kannst du es drucken lassen.

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